Was wir lieben ist geblieben… Vierter Tag 12.07.2010, zweiter Teil

Nach dem guten Essen im Pflegeheim (die Käse-Suppe von Ingrid war wunderbar!) war weder ich noch Lisl Köberl, Alt-Bürgermeisterin von Öblarn in Stimmung für einen Rundgang durchs Ort. Wir entschieden den Rundgang auf 17.00 Uhr zu verschieben.

Um 17.00 Uhr durch einen fast einstündigen Siesta und kalte Brause erfrischt ging ich zu unseren Rendezvous. Da hat schon der Wind angefangen durchs Ort zu wehen. Frau Köberl fing die Geschichte des Ortes zu beschreiben. Wir sahen uns den Hauptplatz an, das Verweserhaus mit dem alten Römerstein.

Liebevoll erklärte sie mir die Geschichte des Ortes, die sie mit vielen Anekdoten und Kurzgeschichten verfeinerte. Bei all dieser Erzählung beeindruckte mir das Funkeln in ihren Augen. Dort sah man die Liebe zu Öblarn.

Das ist eine Liebe, die glaube ich, nur eine Zua’groaste zu ihrem neuen Heimat empfinden kann. Frau Köberl ist in Mureck geboren und kam erst durch die Ehe nach Öblarn. Nach dem die Kinder erwachsen waren widmete sie ihren Leben der Politik und diente lange Jahre als Bürgermeisterin von Öblarn. Dabei hatte sie gerade als Frau in der Politik wie in ihrer eigenen Partei nicht leicht. Von einer Frau erwartet man mehr nicht 100% sondern 120%. Ich glaube, das stimmt ist für uns MigrantInnen auch.

Sie machte mir nicht nur die Geschichte des Ortes sichtbar aber auch die Menschen. Nicht nur Menschen aus dem Alltagsleben, oder gar die Schönen und die Reichen, aber auch Menschen die mit Mindestpensionen zu Recht kommen müssen. Sie zeigte mir die Baujuwelen, aber auch die schlichten aber doch faszinierenden Bauernhäusern und Tennen.

Ich weiß nicht, ob ich mir alles gemerkt habe, was Frau Köberl mir erzählt hat, aber was mehr als faszinierend war, war ihre Energie, die Liebe zum Öblarn, ihre Aufrichtigkeit, ihre Bescheidenheit und ihr Sinn für Gerechtigkeit. Falls ich was vergessen soll, hat sie mir zwei vergriffene Bücher über Paula Grogger und die Geschichte von Öblarn mir geschenkt.

Danke, Lisl Köberl für diesen schönen, geistreichen Abend!

Doch was er im Stillen
um der Liebe willen
tut oder leid’t
Reicht von der Erdenzeit
bis zur Ewigkeit

–Paula Grogger

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Über pamirsehen

Hi ich lebe in Graz und werde von meinen täglichen Erlebnissen in Graz berichten!
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