Odyssee

Nach der ganzen Aufregung bin ich jetzt endlich in Öblarn angekommen. Aber die Reise bis dahin war eine Odyssee oder zumindest mir ist das so vorgekommen, weil ja auch mit interessanten Begegnungen verbunden war.

8.26 Uhr fuhr mein Zug von Graz weg. Um 08.00 Uhr war ich noch zu Hause und das Reindling (das mir Heinz liebevoll als Jause mitgab) in meinen Rucksack eingepackt. Wie zu erwarten war, fuhr der 63er Bus um 08.03 Uhr mir vor der Nase weg. Aber der liebe Pamir wäre ja nichts, wenn er nicht innovativ wäre. Ich nahm die 7er Straßenbahn. Und da schau her, treffe ich meine alte Freundin Soussan mit ihrem entzückenden Sohn Martin. Wir tratschten über dies und jenes. Da sah ich schon die 6er vor mir fahren. Prompt stieg ich aus und schleppte den schweren Koffer mit Murnockerln, Rucksack und Tasche hinterher und stieg in die 6er ein.

Am Bahnhof um 08.22 Uhr angekommen und direkt zum Kartenautomat. Aber die gute Maschine wollte keine Kreditkarte nehmen. Sie wollte mein 50er Schein auch nicht akzeptieren, den 20er hat sie dann doch genommen. Übrigens hat eineR von Euch verstanden, warum man/frau bei diesem Automat zuerst Vorteilscard-Knopf drucken muss und dann erst Classic, Senior usw wählen darf? Wieso nicht mit einem Knopf das ganze erledigen? Wenn Zeit knapp ist, fallen mir immer solche intelligente Sachen ein.

Jedenfalls hat das Licht auf der Abfahrtstafel neben der Zugnummer ziemlich grün zu blinken angefangen. Schnell, schnell noch hinunter und dann mit dem Lift zum Bahnstieg 4 hinauf. Toll! Die erste Tür von dem nähsten Waggon war kaputt. Ich nehme die Zweite! Oje, sie führte zum ersten Klasse-Wagon! Ha! Und dann wollte mein Koffer nicht mit auf dem Zug. Ich hievte ihn irgendwie rein und dann ‚Tschuldigung, Tschuldigung’ rufend die Schlepperei durch die zwei fast leeren 1te Klasse Waggons. Ankommend in die zweite Klasse Waggons entdeckte ich, dass sie alle bum voll sind und zum allen Überfluss kommt noch der Gegenverkehr. Wollen sie alle zur ersten Klasse? Eh!?! Aber in einem halbleeren (oder halbvollen) Abteil fand ich Astrid Polz-Watzenig, meine ex-Chefin von Afro. Deren (unter anderem) Brain-Child das Fremdsehen war. Gegenüber saß ein freundlicher Pakistani und wollte mir helfen, den schweren Koffer hinaufzugeben, was ich standhaft weigerte. Wir tratschten über dies und jenes (zum zweiten mal).

In Bruck/Mur wieder aussteigen, die ganze Schlepperei und einsteigen. Nein, der Waggon fährt nicht bis Schladming, sondern nach Villach. Wieder aussteigen! Eingestiegen in Schladminger Waggon gehe ich auf die Suche nach einem WC und ich wurde auch fündig, aber leider ‚Außer Betrieb’! Mit gekreuzten Beinen saß ich dann, und dann plötzlich  entdeckte ich, dass mein Hosentürl offen war. Ich versuchte ihn gerade zu zumachen, und da erscheint schon der Kontolleur. Netter Herr wie er war, erklärte er mir, dass ich in Selzthal den Schienenersatzverkehr nehmen soll, worauf mein Gesicht natürlich voller Freude war. Als er wegging, versuchte ich weiter den Reißverschluss zu schließen. Nach einigen Versuchen gelang es mir sogar. Erfolgreich schaute ich herum, ob mich je niemand gesehen hat. Gott sei Dank niemand! Aber es war rundherum plötzlich ganz leer! Hmmm…

Im Selzthal war wieder Schlepperei angesagt aber ich wollte unbedingt dem WC ein Besuch erstatten. Als ich den unterirdischen Bahnübergang überquerte kam mir eine Frau entgegegen und schrie irgendwas von Schladming! Ich nickte den Kopf und lief hinterher, falls man was ich dort gemacht habe, überhaupt laufen nennen kann und mit dem schweren Koffer die Treppen hoch. Ich muss dabei ziemlich erbärmlich ausgeschaut haben, da die Dame mir ihre Hilfe anbot, mit dem letzten Funken Stolz, die ich zur Verfügung hatte sagte ich ‚Nein’. Den Koffer schnell in den Kofferraum. Und pfuh, warf ich mich auf einer der leeren Sitzplätze. In Liezen ist dann eine ganze Horde SchülerInnen eingestiegen. Ein netter Mann saß neben mir und versprach mir auf Öblarn aufmerksam zu machen. „Ich habe mich immer auf die Freundlichkeit von Fremden verlassen“ 😉

In Öblarn stand Gottseidank Friedl mich zum abholen! Das ist eine andere Geschichte. Das kommt als nächstes dann dran.

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Über pamirsehen

Hi ich lebe in Graz und werde von meinen täglichen Erlebnissen in Graz berichten!
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